Informationen zum Umgang in Zeiten von Corona

 

Seit dem 2. November 2020 gelten erneut strengere Regelungen für den Alltag und den Umgang miteinander. Überblick über die aktuell wichtigsten Aspekte in Baden-Württemberg:

-  Entlastungsangebote wie Betreuungsgruppen und Tagespflegen dürfen weiterhin öffnen, allerdings wie

bisher unter Einhaltung strenger Regeln. So werden die Gruppen verkleinert, Zu- und Ausgänge markiert, die Mindestabstände eingehalten und besondere Vorkehrungen für die Mahlzeiten getroffen. Außerdem gehören zu diesem Hygienekonzept, das schriftlich festgehalten wird und einsehbar sein sollte, regelmäßige

Befragungen zum aktuellen Gesundheitszustand aller Ehrenamtlichen, Fachkräfte und Gäste. Trotz der grundsätzlichen Erlaubnis liegt die Entscheidung für oder gegen eine Öffnung allerdings beim jeweiligen Träger.

- Besuche im Pflegeheim bleiben erlaubt - seit den drastischen Regelungen im Frühjahr ist das Bewusstsein dafür gewachsen, wie wichtig, ja unerlässlich, der persönliche, auch körperliche Kontakt ist, gerade für Menschen mit Demenz. Deshalb gelten auch für Besuche im Pflegeheim die seit Juni 2020 gelockerten Regelungen auch im November. Eine Verschärfung der Regelungen gibt es nicht. Danach können Besuche stattfinden und es liegt nicht im Ermessen der Heimleitung, diese Besuche zeitlich einzuschränken oder Besuchszeiten vorzugeben, es sei denn ein Infektionsfall erfordert andere Maßnahmen, dann ist jedoch auch das Gesundheitsamt und die Heimaufsicht eingeschaltet. Die Alzheimer Gesellschaft BaWü , 11/2020, schreibt dazu

a) Bewohnerinnen und Bewohner können pro Tag grundsätzlich von zwei Personen besucht werden. Die Einrichtung kann aus besonderen Anlässen Ausnahmen zulassen. Besuche im Bewohnerzimmer sind erlaubt. In den Gemeinschaftsräumen dürfen keine Besuche stattfinden.

b) Besucherinnen und Besucher müssen während des gesamten Aufenthalts in allen geschlossenen Räumen der Einrichtung, also auch im Bewohnerzimmer, eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Besucherinnen und Besucher müssen einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten. Der Mindestabstand gilt nicht für Angehörige, sodass der besonders für Menschen mit Demenz wichtige Körperkontakt möglich bleibt.

c) Die Leitung der Einrichtung kann insbesondere für Personen, die keine Angehörigen sind, weitere Ausnahmen zulassen, beispielsweise im Rahmen der Sterbebegleitung oder zur Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner bei der Nahrungsaufnahme.

d) Der Besuch von Bewohnerinnen oder Bewohnern, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder bei denen ein begründeter Infektionsverdacht besteht, ist nur mit Einverständnis der Einrichtung und unter Einhaltung weiterer gebotener Schutzmaßnahmen wie beispielsweise dem Tragen von Schutzkitteln möglich.

e) In den Gemeinschaftsbereichen der Einrichtungen sind Besuche unzulässig, es sei denn, diese Bereiche sind von der Leitung der Einrichtung speziell als Besucherbereiche freigegeben.

Schnelltests auch für Angehörige - aktuell wird die Umsetzung der Coronavirus-Testverordnung auf den Weg gebracht. Die Eckdaten dazu hat das Bundesministerium für Gesundheit Mitte Oktober in einer Verordnung (Coronavirus-Testverordnung) festgelegt. Danach können sich auch Angehörige von Menschen mit Demenz, welche im Pflegeheim leben, eine Tagespflege oder eine Betreuungsgruppe besuchen oder Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes oder eines Häuslichen Betreuungsdienstes nutzen, kostenlos testen lassen. Nach aktuellem Stand können die Einrichtungen die Antigen-Tests ab sofort beantragen, beschaffen und nutzen. 

- Umsicht und Vorsicht auch zu Hause - private Besuche gut vorbereiten: Private Besuche sollen im November möglichst eingeschränkt werden, bleiben aber erlaubt, sofern nicht mehr als 10 Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Um das Infektionsrisiko gering zu halten, sollte jeder, der private Besuche plant, darauf achten, im Vorfeld sein persönliches Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten und Kontakte zu vermeiden. Grundsätzlich gilt: Bei Besuchen aus der Familie oder dem Freundeskreis lässt sich das Risiko in der Regel leichter abschätzen als bei Fremden, deren Lebensumstände und Kontakte man nicht kennt.

Auch wenn es im Privaten ungewohnt ist, sollten ausnahmslos alle Besucherinnen und Besucher die Hygienevorschriften einhalten. Hierzu gehören insbesondere gründliches Händewaschen und -desinfizieren und das Einhalten von Abstand. Ob bei privaten Besuchen ein Mund-Nase-Schutz getragen werden soll, muss jeder für sich entscheiden.

- Das eigene Risiko reduzieren - pflegende Angehörige tragen eine besondere Verantwortung. Sie sollten deshalb ihr eigenes Ansteckungsrisiko reduzieren und möglichst auf Einkäufe, nicht notwendige Kontakte und verschiebbare Arzttermine verzichten. Sicher finden sich Angehörige, Freunde oder Nachbarn, die Besorgungen übernehmen können.

- Vorsorge treffen - Trotz aller Vorsicht ist niemand vor einer Ansteckung sicher. Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz sollten deshalb Regelungen für den Fall treffen, dass sie durch Erkrankung oder Quarantäne ausfallen oder eingeschränkt werden. Da es zurzeit kaum möglich ist, Kurzzeitpflegeplätze zu finden, sollte die Notfallregelung privat abgesprochen und organisiert werden. Außerdem empfiehlt es sich, ausreichend Vorräte für eine Quarantänezeit anzulegen.

- MDK-Prüfung- der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) verzichtet während der aktuellen Kontaktbeschränkungen auf Regelprüfungen in ambulanten und stationären Einrichtungen und auf Hausbesuche zur Feststellung des Pflegegrades. .

- Weitere Regelungen:

a) Anspruch auf 20 (statt 10) Freistellungstage für coronabedingte Versorgungsengpässe

b) Flexiblere Möglichkeiten zur Inanspruchnahme der Familienpflegezeit

c) Erweiterte Nutzung des Entlastungsbetrags

d) Erhöhter Erstattungsbetrag für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

 

Quelle: 11/2020 - Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberghier

 

Anregungen zu Telefonaten mit Demenzerkrankten: hier

 

Auf der Homepage der Demenzpflege Riedlingen gibt es Mitmachvideos, in denen sportliche, literarische, musische und hauswirtschaftliche Aktivierungen gezeigt werden: hier  

 

Bewegungsübungen nach der Methode der 5Esslinger finden Sie hier

 

Anregungen zu verschiedenen Themen finden Sie darüber hinaus in unserem Demenzkoffer

 

Online-Seminare/Kurse/Videobeiträge: vgl. hier


Info zum Corona-Virus > Sozialministerium BaWü: hier, Gesundheitsamt Biberach: hier